Diamantwegs Buddhismus Österreich  
 
 
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Sakya-Tradition : eine der vier Hauptschulen des Tibetischen Buddhismus, gegründet von Khön Könchok Gyalpo im 11. Jh. Hier wird sowohl Gewicht auf die Gelehrsamkeit als auch auf die Meditationspraxis gelegt. Ihre besondere Lehre ist das Hevajra-Tantra und in Verbindung damit
eine spezielle Form des Weges namens »Pfad und Frucht« (tib.: lam dre). Oberhaupt ist S.H. Sakya Trizin Rinpoche. Die Schule ist für die Reinheit ihrer Übertragung bekannt.

Samadhi : meditativer Konzentrationszustand; kann sich sowohl auf einen Geisteszustand innerhalb der bedingten Existenz als auch auf den Bodhisattva-Stufen beziehen.

Sambhogakaya : siehe Freudenzustand eines Buddhas

Samsara : siehe Kreislauf der Existenz .

Sangha : Gemeinschaft der Praktizierenden der Lehre des Buddha; wird unterschieden in die
noch nicht verwirklichten und die bereits verwirklichten Praktizierenden.

Schleier : getäuschte oder fehlerhafte Funktionsweise des Geistes. Schleier basieren auf Unwissenheit und bestehen aus den beiden Aspekten der Störgefühle und der fehlerhaften Sichtweisen .

Schützer : Buddhaaspekte, deren besondere Qualität darin besteht, Hindernisse zu beseitigen und eine umfassende Aktivität zum Wohl der Wesen auszuführen.
Skandhas: wörtl. Haufen, Ansammlungen, Gruppe; die Bestandteile der Persönlichkeit. Das Festhalten an den fünf Ansammlungen von Form, Gefühl, Unterscheidung, Geisteszuständen und Bewusstsein als einer unabhängig existenten Einheit ist die Grundlage der Ich-Illusion und damit
für alle Leiden im Kreislauf der Existenz .

Speicherbewusstsein : Funktionsweise des Geistes, positive, negative oder neutrale Eindrücke
zu speichern und beim Auftreten entsprechender Bedingungen wieder heranreifen und sich nach außen manifestieren zu lassen; vergleichbar mit der Festplatte eines Computers.

Störgefühle (skt.: kleshas, tib.: nyön mong): auch "leidbringende Geisteszustände" genannt, bestehen hauptsächlich aus Unwissenheit, Anhaftung, Abneigung, Stolz, Geiz sowie Neid und Eifersucht. Zusammen mit den negativen Handlungen bilden sie die Ursachen für alles Leid im Kreislauf der Existenz .

Stupa : Monument für Glück und Frieden in der Welt, Symbol für den Geist eines Buddhas und
für die Gemeinschaft der Praktizierenden; auch Reliquienbehälter. Wurde aus Anlass verschiedener Ereignisse im Leben des historischen Buddha Shakyamuni gebaut.

Südlicher Buddhismus : siehe Theravada.

Sutra : wörtl. Leitfaden; Ratschläge und Meditationsanweisungen Buddhas, die mit einer genauen Untersuchung der Dinge arbeiten und dadurch die Ursachen für die Erleuchtung aufbauen, im Gegensatz zu Tantra . In Beziehung dazu gibt es eine entsprechende buddhistische Literaturgattung ( Körbe, Drei ) .

Tantra : wörtl. Gewebe oder Kontinuum. Der Begriff weist auf die Komplexität hin im Vergleich zum Leitfaden des Sutra . Die Tantra-Texte beschreiben schnelle Meditationsmethoden, die im Diamantweg genutzt werden. Sie arbeiten mit Identifikation und richten sich auf die Frucht, auf die Qualitäten der Erleuchtung, aus.

Tenjur : Sammlung der ins Tibetische übersetzten Kommentare der indischen Meister zu den direkten Lehren Buddhas, dem Kanjur , die von dem großen Gelehrten Buton Rinchendrup (1290-1364) und weiteren Meistern zusammengestellt wurde. Sie umfasst je nach Ausgabe zwischen 225 und 254 Bänden.

Terma : versteckter Schatz, von Padmasambhava und seiner tibetischen Gefährtin Yeshe
Tsogyal versteckte Lehren, die dadurch erhalten und von späteren "Schatzfindern" wieder entdeckt wurden. Sie machen einen großen Teil der Übertragung der Nyingma-Tradition aus.

Thangka : siehe Rollbild

Theravada : die Tradition der Ordensälteren; eine der drei Haupttraditionen des Buddhismus, identisch mit den Schulen des Südlichen Buddhismus.

Tibetischer Buddhismus : eine der drei Haupttraditionen im Buddhismus neben Theravada und
Zen
. Wurde um 750 n. Chr. vom indischen Meister Padmasambhava gegründet und enthält bis heute die einzig vollständige Überlieferung von Buddhas Lehren mit Schwerpunkt auf dem Diamantweg .

Tibetisches Totenbuch : Lehre Buddhas über die Erfahrungen und die Befreiung von Tod, Zwischenzustand und Wiedergeburt, verfasst von Padmasambhava , dem Begründer des
Tibetischen Buddhismus.

Tod : Auflösung der materiellen Bestandteile der Person; Gelegenheit für einen erfahrenen Meditierenden, die Natur des eigenen Geistes, das Klare Licht , zu erkennen und dadurch Befreiung zu erlangen.

Tulku : wörtl. Illusionskörper; bewusste Wiedergeburt eines verwirklichten Praktizierenden des Tibetischen Buddhismus ( Inkarnation ) .

Übertragung : Weitergabe der Verwirklichung von der Natur des Geistes. Eine vollständige Übertragung im Diamantweg besteht aus einer Einweihung (tib.: wang), einer Übertragung durch Lesen (tib.: lung) und einer Erklärung für die Meditationspraxis (tib.: thri).

Unermessliche Qualitäten, Vier : 1. Liebe ist der Wunsch, dass andere glücklich sind; 2.
Mitgefühl ist der Wunsch, dass andere frei von Leid sind; 3. Mitfreude ist das sich Erfreuen an den positiven Handlungen anderer; 4. Gleichmut bedeutet, frei von Anhaftung und Abneigung in einem ausgeglichenen Geisteszustand zu bleiben.

Unwissenheit(tib.: marigpa) : Unkenntnis bezüglich der eigentlichen Natur des Geistes und der Erscheinungen, die Wurzel des gesamten Kreislaufs der Existenz . Da eine Trennung zwischen innen und außen erfahren wird, entsteht die Illusion eines Ichs und unabhängig davon bestehender Phänomene, was mit dem Erleben störender Gefühle und entsprechender Handlungen verbunden
ist.

Ushnisha : Erhöhung auf dem Kopf eines Buddhas, eines der 32 Hauptmerkmale eines Buddhas.

Vajra (tib.: dorje): wörtl. "Herr der Steine", "Diamant" oder "Diamantzepter": Aus der Hindu-Mythologie stammendes Symbol für Unzerstörbarkeit und Unüberwindlichkeit. Der Diamant drückt im Diamantweg die Unzerstörbarkeit des Geistes aus sowie seine überragenden Qualitäten von Freude und Mitgefühl. Steht zusammen mit einer Glocke für die Untrennbarkeit von Methode und Weisheit, Freude und Raum.

Vajrayana (tib.: dorje thegpa): Diamantweg, identisch mit dem Tibetischen Buddhismus und mit dem Tantra- oder Mantra-Fahrzeug; unterscheidet sich vom allgemeinen Großen Fahrzeug vor allem durch die kraftvollen Methoden der Identifikation mit Erleuchtung .

Vergegenwärtigung : Vorstellung einer Meditationsform, besonders eines Buddhaaspektes, als Ausdruck für die erleuchteten Qualitäten des Geistes .

Verwirklicher(in) : Praktizierende(r) des Diamantweges ( Yogi ) .

Versenkungoder Vertiefung (skt.: samadhi): tiefer Konzentrationszustand in der Meditation.

Verwirklichung : Erkenntnis der Natur des Geistes, die nicht wieder durch Unwissenheit
verdunkelt werden kann.

Vinaya : Regeln für positives Verhalten und Ratschläge für das Zusammenleben in der Gemeinschaft der Praktizierenden ( Sangha ) . Teil der Körbe, Drei .
Vollendungsphase: (tib.: dzog rim): Meditationsphase der Verschmelzung mit einem Buddha-Aspekt im Diamantweg; direkte Meditation auf die Natur des Geistes zur Erlangung tiefer Einsicht .

Wahrheit, relative und absolute : Relative Wahrheit bedeutet, im konventionellen Sinn die Dinge richtig wahrzunehmen, sie aber nicht weiter auf ihre eigentliche Natur hin zu untersuchen. Absolute Wahrheit bedeutet, die Natur der Dinge als die Einheit von Erscheinung und Raum zu erkennen.

Wahrheitszustand (skt.: dharmakaya, tib.: tschö ku), wörtl. Körper der Phänomene: einer der drei Zustände eines Buddhas . Erleuchteter Geisteszustand, der die Natur aller Dinge erkannt hat, identisch mit der Raum-Natur des Geistes. Grundlage für den Freudenzustand und den Ausstrahlungszustand eines Buddhas.

Wahrnehmungslehre : siehe Erkenntnislehre

Weisheit : auf allgemeiner Ebene ein Verständnis von Zusammenhängen, auf befreiter und erleuchteter Ebene ein vollkommenes Unterscheiden der Natur der Phänomene sowie ihrer Erscheinungsweise.

Weltzeitalter : siehe Kalpa

Wiedergeburt : neue Verkörperung im nachfolgenden Leben, folgt im Normalfall unfreiwillig den stärksten Gewohnheitstendenzen des letzten Lebens. Eine Wiedergeburt kann aber auch bewusst auf der Grundlage von guten Wünschen zum Wohl der Wesen geschehen, wenn die Natur des Geistes weitgehend erkannt wurde.

Wünsche : Praxis eines Bodhisattvas , die seiner Einstellung Ausdruck verleiht, die Erleuchtung zum Wohl aller Wesen zu erlangen und alles, was auf diesem Weg geschieht, dem Wohl der Wesen zu widmen. Dies wiederum gibt seinen Handlungen große Kraft.
Wurzeln, Drei: Der Lama ist die Wurzel des Segens, die Yidams oder Buddha-Aspekte sind die
Wurzel für die Verwirklichung der gewöhnlichen und außergewöhnlichen Fähigkeiten, und die Schützer sind die Wurzel für die perfekte Aktivität zum Wohl der Wesen ( Zuflucht ) .
Yidam: persönlicher Meditationsaspekt; derjenige Buddhaaspekt, mit dem man die engste
Verbindung hat und dessen Praxis daher die schnellste Methode zum Erlangen der Erleuchtung darstellt.

Yogi, weibliche Form Yogini : traditioneller Begriff für Verwirklicher(in), Praktizierende(r) des Diamantwegs .

Zen-Buddhismus : eine der drei Haupttraditionen im Buddhismus. Wurde im Jahr 520 n. Chr.
unter dem Namen Ch'an von dem indischen Meister Bodhidharma in China gegründet und breitete sich später nach Japan und in viele andere asiatische Länder aus. Legt den Schwerpunkt auf die Meditationspraxis, häufig auf der Grundlage eines einzelnen Sutras oder Tantras des Buddha.

Zuflucht : wörtl. Schutz vor Leid; Eintritt in den buddhistischen Weg durch Ausrichtung auf die Ausdrucksformen der Erleuchtung. Besteht allgemein im Buddhismus aus den Drei Juwelen , sowie
im Tibetischen Buddhismus zusätzlich aus den Drei Wurzeln ; wird durch weitere Praxis vertieft.

Zwischenzustand (tib.: bardo): allgemein verschiedene Zustände des Bewusstseinsstroms ; im speziellen Sprachgebrauch der Übergang zwischen Tod und Wiedergeburt; dauert meistens 49 Tage und wird ausführlich im Tibetischen Totenbuch beschrieben.

Zwölf Glieder des Abhängigen Entstehens (tib.: ten drel tschu nyi): Kette von Ursache und Wirkung, die immer wieder zu einer Geburt im Kreislauf der Existenz führt:
1. Unwissenheit,
2. karmische Tendenzen,
3. Bewusstsein,
4. Name und Form,
5. Sinnesursprünge,
6. Kontakt, 7. Gefühl,
8. Verlangen,
9. Ergreifen,
10. Werden,
11. Geburt,
12. Alter und Tod.
Sie lassen sich sowohl auf unsere gesamte Existenz als auch auf eine einzelne Handlung beziehen.


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